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Neue Orgel für die Wallfahrtskirche

Seit dem 07. Oktober 2001 klingt in der Wallfahrts- und Klosterkirche der Franziskaner auf dem Hülfensberg eine neue Orgel.

In der Festschrift zur neuen Orgel schrieb der Guardian des Franziskanerklosters,
Br. Heribert Arens, folgende Gedanken:


Die alte Orgel musste sich quälen. 40 Jahre DDR, 40 Jahre im Sperrgebiet ohne die Möglichkeit, viel zu reparieren oder zu restaurieren, 40 Jahre in der meist unbeheizten, Wind und Wetter ausgesetzten Kirche: das alles hatte seine Spuren hinterlassen. Die Orgel musste sich quälen und mit ihr die Organisten. Mancher, der die Orgel spielte, wurde unsicher über seine musikalischen Fähigkeiten, zumindest musste er befürchten, dass seine Zuhörer diesen Eindruck gewinnen konnten.

Die alte Orgel war müde geworden – und das an einem Ort, der das ganze Jahr hindurch von Pilgern und Betern aufgesucht wird, die Trost und Ermutigung an dieser Wallfahrtsstätte suchen. Und dabei spielt die Orgel eine wichtige Rolle: mehr als Worte es können, ist dieses Musikinstrument in der Lage, nicht nur den Verstand, sondern das Gemüt des Menschen zu berühren, Empfindungen auszudrücken, Glaubensmut und Zuversicht zu verstärken. An einem Wallfahrtsort hat eine Orgel eine wichtige Funktion.
Aus diesem Gespür haben sich die Brüder der Franziskanergemeinschaft und insbesondere Br. Eusebius Thüne für eine neue Orgel auf dem Hülfensberg stark gemacht. Unterstützt wurde diese Idee durch die Diözese Erfurt, durch die sächsische Franziskanerprovinz, durch den Förderverein Hülfensberg und nicht zuletzt durch viele Freunde des Hülfensbergs mit seinen pastoralen Aufgaben.
Ihnen allen gilt unser aufrichtiger Dank!
Wir hier auf dem Berg erleben zur Zeit spannende Wochen. Wir dürfen aus der Nähe miterleben, wie das Instrument wächst, Gesicht gewinnt (erste Bilder sehen Sie in dieser Festschrift), wie es erste Töne und Klänge von sich gibt, wie Orgelbaumeister Kutter mit seinen Mitarbeitern (Orgelbau Waltershausen GmbH) am Werk ist, nicht „eine Orgel von der Stange“ sondern eine für den Hülfensberg „maßgeschneiderte“ Orgel zu installieren und zu intonieren.
Und nun warten wir ein wenig neugierig und mit Vorfreude auf den Tag der Einweihung, an dem  Weihbischof Hans-Reinhard Koch die Orgel weiht und Domorganist Silvius von Kessel, Erfurt, das Instrument zum ersten Mal öffentlich zum Klingen bringt – zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen.
Bewusst ist uns, daß ein so schönes und reiches Instrument in unserer Wallfahrtskirche auch Herausforderung und Verpflichtung bedeutet. Wir möchten das unsere dazutun, daß der Hülfensberg künftig auch wegen verlockender Orgelmusik zu einem Anziehungspunkt für die Menschen wird.

Für die Franziskaner vom Hülfensberg
Br. Heribert Arens ofm

Orgelbaumeister Bernhard Kutter von der Firma „Orgelbau Waltershausen GmbH“, die den Auftrag zum Bau dieser Orgel erhielt, stellt zu der neuen Orgel folgende Überlegungen an:

"Die Expertenmeinung ist, dass eine normale Orgel an einem Standort den schwierigen akustischen Bedingungen in dem Kirchenraum nicht gerecht wird. Die Kirche ist sehr niedrig. Es gibt keine Empore als zentralen Standort für das Instrument. Durch die dicken Pfeiler und Rundbögen in den Gewölben kann der Schall nicht durch den Raum gleiten. Deshalb sollte die Orgel in drei Teilen gebaut werden: links und rechts vom Haupteingang und in der Nebensakristei hinter der Muttergottes. Auch der Spieltisch, der früher im Altarraum stand, mußte einen neuen Standort finden: gegenüber dem Seiteneingang, neben der Figur des Hl. Bonifatius. Dort hat der Organist die Möglichkeit, den Zusammenklang der drei Orgelteile und den Gemeindegesang zu hören, was ihm an seinem jetzigen Standort nicht möglich war.
Diese dreiteilige Orgel verlangte eine Erweiterung des  Spieltisches auf drei Manuale."


Dank großzügiger Unterstützung durch das Ordinariat und zahlreicher Spender konnte die Orgel am 7. Oktober 2001 in einem festlichen Gottesdienst durch Weihbischof Hans-Reinhard Koch eingeweiht werden.  Der Erfurter Domorganist Silvius von Kessel ließ die Orgel zum ersten Mal erklingen. Er bestätigte dem „Orgelbau Waltershausen“, dass ihm ein Meisterwerk gelungen ist.

Am 25. November 2001 führte Martin Kondziella, Kirchenmusiker und Konzertorganist aus Berlin, in einem sehr gut besuchten Konzert die Zuhörer in die Klangfarben und die Klangfülle der neuen Orgel ein.

Da eine neue Orgel ihren Preis kostet, nicht nur in der Herstellung, sondern auch in der Wartung und Nutzung, sind wir für jede Spende dankbar.