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Willkommen auf dem Hülfensberg

Adventlich leben

Was soll das eigentlich heißen?

„Er kommt!“ Ein Satz, der mein Leben immer wieder mit mehr oder weniger Adrenalin angereichert hat.
„Er kommt!“ flüstert aufgeregt und laut eines der anderen Kinder meiner Kindergartengruppe, das gerade die schweren Stiefel des Nikolauses auf dem Gang gehört hat – und die Herzen schlagen schneller und mit Aufregung, was denn da wohl kommt, wenn er kommt …
„Sie kommt!“ ruft eine meiner Mitschülerinnen und blitzschnell sausen wir Schulkinder auf unsere Plätze – denn die Lehrerin kann manchmal unberechenbar sein …
„Er kommt!“ sagt einer meiner Freunde, als er durch das Fenster auf dem Fahrrad unser Geburtstagskind erspäht hat – und wir machen das Licht aus, sind ganz leise, um gleich umso lauter „Überraschung!“ zu rufen …
„Sie kommen!“ vermeldet meine Schwester, nachdem sie den Wagen unserer Verwandten auf der Einfahrt bemerkt hat – und mit Vorfreude rennen wir zur Haustür …
Eigenartig – die intensivsten Erinnerungen liegen in meiner Kindheit. Auch heute noch kommen Menschen und Dinge, sind also in der „Ankunft“, im „arrival“ oder eben im Advent, doch als Kind schlug mein Herz viel aufgeregter.
Wenn ich wüsste, dass ER wirklich kommt, ER, der Heiland aller Welt – der Superstar aller Superstars – der Kaiser, König, Kanzler, Präsident und Weltenherrscher aller Völker – wie könnte ich da ruhig bleiben?
Adventlich leben, was soll das eigentlich bedeuten?
Adventlich leben – heißt das fromme Gelassenheit oder doch kindliche Aufregung?